So geht Segeln in Kroatien – Meine Tipps & Erfahrungen
Kristallklares Wasser, versteckte Buchten und charmante Hafenorte: Ich war mehrere Tage mit dem Katamaran durch Dalmatien unterwegs und teile meine Erfahrungen, Geheimtipps und Lieblingsstopps.
Segeln in Kroatien fühlt sich anders an als klassische Urlaubsreisen – freier, ursprünglicher und überraschend entschleunigend. Besonders Dalmatien entfaltet seinen Zauber nicht an einem einzigen Ort, sondern unterwegs zwischen den Inseln.
Morgens ein Kaffee mit Blick auf historische Natursteinhäuser. Mittags ein Sprung ins türkisblaue Wasser einer versteckten Bucht, die oft komplett dir gehört. Und abends frischer Fisch in einer kleinen Konoba, die du nur vom Meer aus erreichst.
Kein Wunder also, dass die dalmatinischen Inseln zu den schönsten Segelrevieren Europas zählen. Kurze Distanzen zwischen den Inseln, kristallklares Wasser und zuverlässige Winde machen Dalmatien zu einem idealen Segelrevier. Sowohl entspannte Törns als auch längere Abenteuer entlang der Adriaküste sind hier problemlos möglich. Dazu kommt dieses besondere mediterrane Lebensgefühl, das man auf dem Wasser intensiver erlebt als irgendwo sonst.
Klingt fast zu gut, um wahr zu sein? Dann lass uns einen Blick auf die Fakten werfen.
Auf einen Blick: Segeln in Kroatien
- Segelrevier: Dalmatien rund um Split, Hvar, Brač und Šolta
- Über 1.200 Inseln, versteckte Buchten und kristallklares Wasser
- Beste Reisezeit: Mai bis Oktober (ideal: Juni & September)
- Beliebte Startpunkte: Split, Trogir, Dubrovnik und Zadar
- Auch ohne Segelschein möglich – mit Skipper
- Highlights: Stari Grad, Maslinica und die Bucht von Bobovišća
- Perfekt für Inselhopping, Baden, Kulinarik und Entschleunigung
Brauche ich einen Segelschein für Kroatien?
Wo kann man in Kroatien am besten segeln?
Wie teuer ist ein Segelurlaub in Kroatien?
Wann ist die beste Reisezeit zum Segeln in Kroatien?
Segeln in Kroatien mit Skipper
Wenn du das Ruder lieber in andere Hände legst, habe ich gute News für dich. Für eine Segelreise in Kroatien brauchst du nicht erst einen Segelschein zu machen. Du brauchst nicht einmal Vorerfahrung und kannst in Kroatien mitsegeln.
In den kroatischen Hafenstädten findest du zahlreiche Charter-Anbieter, bei denen du eine Segelyacht oder einen Katamaran inklusive Skipper buchen kannst. Die meisten Boote starten in beliebten Hafenstädten wie Split, Trogir, Dubrovnik oder Zadar – ideale Ausgangspunkte, um die dalmatinische Inselwelt entspannt zu entdecken.
Der Skipper übernimmt nicht nur die Navigation. Oft kennt er auch versteckte Buchten, kleine Konobas und die schönsten Plätze für Sonnenuntergänge entlang der Route. Segeln in Kroatien mit Skipper? So unkompliziert kann Inselhopping sein.
Segeln in Kroatien: Meine Erfahrungen auf dem Katamaran
Ich war zum Beginn der Saison im Mai für einige Tage mit dem Segelcharter More Sailing auf einem Katamaran unterwegs und hatte eine mehr als feine Zeit. Ohne die Crew mit Skipper Julius und Hostess Julia wäre meine Erfahrung an Bord nicht halb so schön gewesen – da bin ich mir sicher.
Die beiden sind mit der Idee einer Segelroute durch Mitteldalmatien auf meine Gruppe zugekommen, haben Vorschläge geliefert und uns aber auch einiges mitbestimmen lassen.
Wie viel du bei einem Törn mit More Sailing übers Segeln lernst, ist ganz von dir abhängig. Die Crew teilt ihr Wissen gerne mit den Gästen. Wenn dir eher der Sinn nach Sonnenbaden und Entspannen an Deck steht, ist das bei den All-inclusive-Angeboten auch in Ordnung.
Damit du ein noch konkreteres Gefühl davon bekommst, wie meine persönliche Erfahrung ausgesehen hat, möchte ich dir gerne meine drei Highlights verraten:
1. Die Kulinarik: Wer hätte gedacht, dass in einer so kleinen Küche auf einem Boot solche Geschmacksexplosionen warten. Unsere Hostess Julia hat sich morgens, mittags und beim Gestalten ihrer Snackplatten jeden Tag aufs Neue übertroffen. Vom warmen Porridge mit karamellisierten Äpfeln und frischem Obst zum Frühstück, wenn das Wasser in der Bucht noch spiegelglatt dalag, bis hin zu einem der besten Pad Thai mit Shrimp, die ich je gegessen habe.
2. Die Ruhe: Die Etappen zwischen Hvar, Šolta und Brač sind zwar kurz. Trotzdem bleibt genug Zeit, um richtig schön runterzukommen. Mal habe ich unseren Skipper Julius beim Steuern unterstützt, mal lag ich einfach nur im Trampolin des Katamarans und habe gelesen. Kleiner Tipp: Auf dem Achterdeck (hinten) ist es meist am windstillsten und ideal, um ein bisschen Bräune abzustauben.
3. Die Betten: Der Katamaran, auf dem ich unterwegs war, hatte vier Doppelkabinen für die Gäste und zwei kleine Kojen für die Crew. Wenn du dabei an winzige Kabuffs denkst, in denen Komfort ein Fremdwort ist, liegst du allerdings gewaltig daneben. Meine Kajüte hatte ein großes Doppelbett mit einer überraschend komfortablen Matratze. Kleine Fenster brachten mich dem Wasserspiegel ganz nah. Sogar ein eigenes Bad mit Klo und Dusche gab es. Hätte der Katamaran nicht stets ein wenig im Rhythmus der Wellen geschaukelt, hätte ich glatt vergessen können, dass ich auf einem Schiff schlafe.
Am Ende der Reise, auch wenn sie nur vier Tage lang war, hat es sich an Land komischer angefühlt als auf dem Segelboot. Seekrank bin ich glücklicherweise nie geworden – dafür hat es nach dem Trip eine Zeit lang gedauert, bis mein Gleichgewichtssinn wieder auf dem Festland angekommen ist.
Tipp: Es soll wohl helfen, mit vollem Magen zu segeln, um der Übelkeit vom Wellengang entgegen zu wirken. Vielleicht bin ich also dank Julia so verschont geblieben.
Neben den Törns in Kroatien organisiert More Sailing auch Segelreisen in anderen Revieren, darunter Griechenland, Italien, Schweden und die Karibik. Zum Angebot gehören außerdem Reisen mit Schwerpunkten wie Yoga, Fitness oder Kulinarik.
Segeln in Kroatien: Geheimtipps & meine Beispielroute
Ich lehne mich mal so weit aus dem Fenster: Routentechnisch kannst du beim Segeln in Kroatien kaum etwas falsch machen. Steuere einfach in die Richtung, in die der Wind dich treibt – im wahrsten Sinne und unter vorheriger Anmeldung im Hafen. Solltest du ohne eigenen Skipper unterwegs sein, musst du dir schließlich selbst ein Plätzchen oder eine Boje für die Nacht sichern.
Da ich eine spezielle Segelroute aber ja selbst getestet und für wahnsinnig gut befunden habe, kommen hier meine Geheimtipps samt Restaurantempfehlungen.

1. Trogir
Los geht’s im Yachthafen von Trogir in Mitteldalmatien. Direkt dahinter liegt die süße Altstadt, in der man sich fast verlieren kann. Zum Glück ist die Größe jedoch so überschaubar, dass du früher oder später immer wieder zum Wasser zurückfindest.
In Trogir startet der Tag mit Specialty Coffee von Tinel (Cappuccino mit Hafermilch um 3,90 Euro) und dem Blick über die sogenannte „City of Masters“ von der Festung Kamerlengo aus. Gerade bei so verschlungenen Städtchen mit engen Gassen aus glattem, gelbem Stein lohnt es sich, die Perspektive zu wechseln.
Tinel Specialty Coffee Shop
Šubićeva ul. 2A, 21220 Trogir
täglich geöffnet
Website
Festung Kamerlengo
Obala bana Berislavića, 21220 Trogir
Erwachsene: 5 €, Kinder & Studenten: 2,50 €
Wenn der Hunger größer wird, solltest du im familiengeführten Restaurant Capo einkehren. Hier gibt es authentische kroatische und dalmatinische Küche. Du sitzt auf knorrigen Holzstühlen direkt in der Gasse. Ideal dann, wenn die Mittagssonne die Promenade rund um die Altstadt aufheizt und hier noch eine angenehme Temperatur herrscht.
Restaurant Capo
Ribarska ulica 11, Ribarska 09, 21220 Trogir
täglich geöffnet
Website

2. Maslinica, Insel Šolta
So gut gestärkt geht es dann auch schon für die erste Etappe auf den Katamaran: Ziel ist der kleine Hafen Maslinica auf der kroatischen Adria-Insel Šolta gegenüber von Split. Im Ort gibt es eine Handvoll Konobas, die mit fangfrischem Fisch und kroatischem Wein aus schweren Gläsern locken. Bevor du dort verhockst, solltest du allerdings noch auf den kleinen Berg neben dem Hafen wandern, um den Sonnenuntergang zu verfolgen und den Grillen zu lauschen.

3. Stari Grad, Insel Hvar
Gut ausgeschlafen geht es am zweiten Tag weiter zur Insel Hvar. Die „Sonneninsel“ Mitteldalmatiens ist ein Hotspot für Jetsetter, bekannt für das pulsierende Nachtleben in Hvar-Stadt, Lavendelfelder und historische venezianische Architektur.
Wem das zu viel Trubel ist, der findet in Stari Grad ein ruhiges Örtchen (besonders in der Nebensaison), das genau das richtige Maß an Unterhaltung bietet. Entsprechend ist der Hafen kein Meer an Booten in allen Formen und Farben, sondern vielmehr eine hübsche Promenade, an der sich Katamarane und kleinere Segel- sowie Fischerboote reihen.
Zwischen den alten Steinhäusern hängen Zitronenbäume über die Mauern, Katzen schlafen auf warmen Fensterbänken und irgendwo läuft leise dalmatinische Musik aus einer offenen Küche. Statt direkt an der Riva zu bleiben, lohnt sich ein Spaziergang durch die verwinkelten Seitengassen bis hinauf zu kleinen Aussichtspunkten über die Bucht.
Zum Abendessen geht es entweder zu Pinetta auf ein Glas Hauswein und den traditionellen Fischeintopf Brudet oder in die Konoba Pharia, mit ihrem wunderschönen Innenhof. Bei letzterer solltest du dir vorher allerdings einen Tisch reservieren, das familiengeführte Lokal ist heiß begehrt.
Pinetta
Ulica Ljudevita Gaja 7, 21460 Stari Grad
täglich geöffnet
Website
Konoba Pharia
Vagonj ul. 2, 21460 Stari Grad
Website

4. Insel Brač
Mein letzter Geheimtipp für einen Segeltrip durch Kroatien liegt auf der Insel Brač. Die Adria-Insel lockt allein schon mit dem „Goldenen Horn“ (Zlatni Rat) in Bol, einem der schönsten Strände Kroatiens, und dem höchsten Inselberg der Adria (Vidova Gora). Ich steuere stattdessen die idyllische Bucht von Bobovišća an – einen bewussten Kontrast zu den bekannten Hotspots der Adria.
Hier wartet kein Hafen. Stattdessen machst du an einer privaten Boje fest oder wirfst den Anker in der Bucht aus. Diese Privatsphäre macht sich absolut bezahlt!
Mit dem Dingi geht es unter orangefarbenen Wolken, die sich im glatten Wasser spiegeln, fürs Dinner direkt zur Terrasse der Konoba Vala. Auf die Muscheln musst du hier länger warten, aber das lohnt sich, und auch der gegrillte Tintenfisch ist ein Gedicht.
Zurück an Bord kannst du dir mit etwas Glück bei einer Sternschnuppe etwas wünschen. Den Nachthimmel sieht man hier ganz besonders gut, da es quasi keine Lichtverschmutzung gibt.
Konoba Vala
Vela Banda 10, 21404 Bobovišća na moru
täglich geöffnet
Website
Auf dem Rückweg nach Trogir lohnt sich ein letzter Badestopp in einer der versteckten Buchten entlang der Südküste von Čiovo. Ohne Beach Bar, ohne Musik, nur Piniengeruch und das Geräusch kleiner Wellen am Rumpf. Auf einer Segeltour in Kroatien zeigt sich das Land nicht spektakulär laut, sondern leise und intensiv. Und genau darin liegt der einzigartige Zauber.
Fazit: Lohnt sich Segeln in Kroatien?
Nach meinen Tagen auf dem Katamaran kann ich verstehen, warum Kroatien als eines der schönsten Segelreviere Europas gilt. Die Kombination aus kristallklarem Wasser, kurzen Distanzen zwischen den Adria-Inseln Kroatiens, charmanten Hafenorten und versteckten Buchten macht jede Etappe zu einem kleinen Abenteuer. Gleichzeitig ist das Reisen auf dem Wasser unglaublich entschleunigend. Statt von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zu hetzen, bestimmt hier der Wind den Rhythmus des Tages.
Besonders gefallen hat mir, dass eine Segeltour in Kroatien für nahezu jeden Reisetyp geeignet ist. Wer aktiv mit anpacken und etwas über Navigation und Seemannschaft lernen möchte, kommt genauso auf seine Kosten wie alle, die einfach nur die Sonne genießen, schwimmen und die dalmatinische Küche entdecken wollen. Dank zahlreicher Segelcharterangebote mit Skipper ist dafür nicht einmal Segelerfahrung notwendig.
Ob Sonnenuntergänge in kleinen Fischerdörfern, einsame Ankerbuchten fernab der Touristenströme oder lange Abende unter dem Sternenhimmel an Deck – genau diese Momente machen eine Segelreise in Kroatien so besonders. Für mich war die Reise die perfekte Mischung aus Abenteuer, Genuss und Entschleunigung. Und eines steht fest: Das war definitiv nicht mein letzter Törn entlang der kroatischen Adriaküste.






















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