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Gorilla-Trekking in Uganda: Unsere Erfahrung im Bwindi-Nationalpark

Gorilla-Trekking in Uganda ist ein einmaliges Erlebnis. Hier ist unser Erfahrungsbericht aus dem Bwindi-Nationalpark mit Tipps zum Gorilla-Permit, Kleidung und Reisezeit.

Gorilla-Tracking in Uganda

Das Gorilla-Trekking in Uganda gehört zu den Erlebnissen im Leben, die man so schnell sicher nicht vergessen wird. Wir waren selbst 2021 drei Wochen in Uganda unterwegs und haben dabei natürlich auch ein Gorilla-Trekking eingebaut. Dafür haben wir uns den Bwindi Impenetrenable Forest ausgesucht und dies auch nicht bereut. Im Artikel geben wir euch unsere Tipps für die Gorilla-Wanderung und verraten euch, wie ihr diese auch individuell umsetzen könnt.

Lust auf mehr Afrika-Feeling?

Einmal in unmittelbarer Nähe zu einem Silverback stehen, ist einfach der Hammer
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FAQ

Im Folgenden beantworten wir euch die wichtigsten Fragen zum Gorilla-Trekking in Uganda.

Heißt es Tracking oder Trekking?

Einige nennen es Gorilla-Trekking, andere sagen Gorilla-Tracking. Tatsächlich ist beides korrekt. Während sich ‚Trekking‘ auf die Wanderung selbst bezieht, nutzt man den Begriff ‚Tracking‘ für das Aufspüren der Gorillas. Beides ist also im weitesten Sinne korrekt.

Sehe ich ganz sicher Gorillas?

Die Gorillas leben nicht in einem Gebiet, das durch einen Zaun von der Außenwelt abgeschirmt ist – also nicht in einem Zoo – und können sich also frei bewegen. Dennoch habt ihr gerade im Bwindi Impenetrable Forest eine Chance von ca. 95 %.

Kann ich die Gorillas anfassen?

Nein, niemand, wirklich niemand, sollte Gorillas berühren. Gorillas sind wilde Tiere und dürfen einzig aus der Entfernung angeschaut werden.

Beste Reisezeit

Gorilla-Trekking kann das ganze Jahr über in Uganda, Ruanda und im Kongo durchgeführt werden. Die beste Zeit für ein Gorilla-Trekking ist in den Monaten Juni, Juli, August, September und Dezember. Das liegt daran, dass es weniger regnet und die Parks trockener sind, was das Wandern und Beobachten der Gorillas erleichtert. In Bwindi-Nationalpark beträgt die Durchschnittstemperatur das ganze Jahr über 11 °C am Morgen und 23 °C am Nachmittag.

  • Januar und Februar: Nebensaison mit weniger großen Menschenmengen. Sehr wenig oder gar kein Regen.
  • März, April und Mai: In diesen Monaten regnet es sehr viel. Die größte Herausforderung während des Trekkings? Die Hänge sind rutschig.
  • Juni, Juli und August: Hochsaison, es ist wichtig, dass ihr eure Permits (Genehmigung für die Wanderung) frühzeitig kauft, da sie schnell vergriffen sind. Beste Zeit für eine Gorillasafari in Uganda und Ruanda.

Die besten Monate zum Gorilla-Tracking sind Juni, Juli, Januar und Februar. Gute Monate sind zudem der Dezember und August. Mittelmäßige Monate sind der März, Mai und September. Und gar nicht gut sind April, Oktober und der November.

Achtung: Regen ist ein wesentlicher Bestandteil des wertvollen Ökosystems im äquatorialen Regenwald des Kongobeckens, und die Jahreszeiten können treffend als nass, feuchter und am nassesten beschrieben werden.

Für unser Gorilla-Trekking haben wir uns den Bwindi Impenetrable Forest ausgesucht
Für unser Gorilla-Trekking haben wir uns den Bwindi Impenetrable Forest ausgesucht

Bwindi-Nationalpark

In Uganda leben 18 Gorilla-Gruppen, aufgeteilt auf zwei verschiedene Parks bzw. Wälder: 17 Gruppen leben im Bwindi Impenetrable Forest (Wikipedia) und eine weitere Gruppe hält sich im Mgahinga Gorilla National Park (Wikipedia) auf. Wir waren im Bwindi-Nationalpark und können euch diesen zu 100 % für euer Gorilla-Abenteuer empfehlen.

Der Bwindi bietet euch vier verschiedene Wanderungen, auf denen die einzelnen Familien leben. Damit ihr vor Ort auch direkt wisst, welche Familie ihr trackt, kommt hier ein kleiner Überblick:

  • Ruhija Trek: Gorilla-Familien Mukiza, Oruzogo, Bitukura und Kyaguliro
  • Buhoma Trek: Gorilla-Familien Habinyanja, Katwe, Mubare und Rushegura
  • Nkuringo Trek: Gorilla-Familien Christmas, Nkuringo und Bushaho
  • Rushaga Trek: Gorilla-Familien Kutu, Bikingi, Mishaya, Bushigye, Kahungye, Rwigi, Bweza, Nshongi und Mucunguzi

Im Mgahinga-Park besucht ihr die Nyakagezi-Gruppe, die von den Hängen der Virunga-Vulkane, dem Mt. Muhavura (4.127m), dem Mt. Gahinga (3474m) und dem Mt. Sabinyo (3645m) umgeben ist.

Preise & Lizenzen

Das Gorilla-Trekking in Uganda, aber auch in anderen Ländern, in denen Gorilla-Familien leben, wird stark kontrolliert – und das ist auch gut so. Das bedeutet aber auch, dass das Tracking mit hohen Kosten verbunden ist.

Um in Uganda Gorilla-Trekking zu gehen, benötigt ihr eine offizielle „Gorilla Trekking Permit Licence“, die momentan (Stand: Februar 2024) noch bei 700 USD für ausländische Touristen und bei 500 USD für Touristen aus den ostafrikanischen Nachbarländern liegt. Ab 1. Juli 2024 werden sich die Gebühren jedoch erhöhen. Dann zahlen ausländische Touristen 800 USD und ostafrikanische Touristen 700 USD.

Vor Ort zahlt ihr dann noch die Gebühr von 20 USD, wenn ihr euch einen Porter nehmen möchtet und sogar 500 USD, wenn ihr euch für den Transport in einem Stuhl entscheidet.

Mit der Gebühr für das Gorilla-Tracking unterstützt ihr den Artenschutz
Mit der Gebühr für das Gorilla-Tracking unterstützt ihr den Artenschutz

Warum ist Gorilla-Tracking in Uganda so teuer?

75 % des eingenommenen Geldes sind für den Erhalt der überlebenden Gorillapopulation bestimmt. Die Regierung kassiert weiterhin 15 %, während 10 % für die lokalen Gemeinden rund um die Parks bestimmt sind.

Was ist in der Gebühr enthalten?

In der Erlaubnis für das Gorilla-Trekking in Uganda sind neben dem allgemeinen Eintritt, auch die Kosten für die einstündige Gorilla-Beobachtung sowie die Gebühren für Fährtenleser (Trekker) und Ranger enthalten.

Gibt es günstigere Orte für Gorilla-Tracking?

Weltweit könnt ihr neben Uganda noch im Kongo und in Ruanda auf Gorilla-Wanderungen gehen. Während Ruanda mit einer Lizenzgebühr von 1.500 USD am teuersten ist, bietet euch der Kongo mit einer Gebühr von 450 USD die günstigste Option.

Wir durften eine Gorilla-Familie auf unserer Wanderung beobachten
Wir durften eine Gorilla-Familie auf unserer Wanderung beobachten

Buchung

Wir haben Uganda auf einem individuellen Roadtrip erkundet und waren dabei mit einem Jeep inklusive Dachzelt unterwegs. So konnten wir an den schönsten Orten und vor allem mitten in der Natur schlafen. Gleichzeitig haben wir uns die Touren und Aktivitäten komplett allein organisiert.

Individuelles Gorilla-Tracking in Uganda

Auch das Gorilla-Tracking könnt ihr individuell machen. Dafür müsst ihr euch nur im Voraus die Lizenz kaufen und euch dabei direkt online einen Platz reservieren. Wichtig: Ihr solltet eure Lizenz mindestens 6 Monate im Voraus buchen, denn die Plätze werden auf einer „first-come-first-serve“-Basis vergeben.

Dafür befolgt ihr die folgenden Schritte:

  1. Kauft euch die Gorilla-Tracking-Lizenz online und wählt dabei direkt euren Wunschtermin aus.
  2. Reserviert euch eine Unterkunft in der Nähe des Bwindi-Nationalparks (eine Auswahl findet ihr unter Hotel-Tipps).

Geführtes Gorilla-Tracking in Uganda

Möchtet ihr vor Ort weniger Stress haben, können wir euch auch geführte Touren zum Gorilla-Tracking empfehlen. Die folgenden Touranbieter bieten euch fertige Pakete an.

Achtung: Wir können euch selbst keinen Reiseveranstalter zu 100 % empfehlen, da wir das Gorilla-Trekking komplett individuell organisiert haben. Wir waren aber bereits mit dem Reiseveranstalter FTI unterwegs und können euch diesen empfehlen.

Um die Berggorillas zu erleben, geht es teilweise steil bergauf
Um die Berggorillas zu erleben, geht es teilweise steil bergauf

Fitness

Immer wieder haben wir uns vor dem Gorilla-Trekking in Uganda gefragt, wie anstrengend es wohl sein wird. Während unserer Reise durch dieses atemberaubende Land haben wir Reisende getroffen, die stundenlang gewandert sind, andere wiederum waren innerhalb von ein paar Minuten bereits bei den Gorillas. Genaue Angaben darüber, wie lang und wie anstrengend die Wanderung zu den Berggorillas im Bwindi-Nationalpark wirklich ist, kann niemand machen. Das liegt vor allem daran, dass die Gorillas eben in freier Wildbahn leben und nicht eingesperrt sind. Die Gorilla-Familien bewegen sich – sind mal tief im Dschungel versteckt, mal auf hohen Gipfeln und mal an einem Ort, der gut erreichbar ist. Vor Ort werden alle Besucher in kleinere Gruppen aufgeteilt, die ein ähnliches Fitnesslevel haben. Je nachdem wie fit die Gruppe eingeschätzt wird, startet man dann auf die Wanderung.

Um euch die Frage nach der Fitness für das Gorilla-Tracking zu beantworten, können wir zumindest sagen, dass ihr eine Grundfitness haben solltet. Allein das feuchte Klima, das frühe Aufstehen und die Enge, die teilweise im Wald bzw. Dschungel herrscht, können herausfordernd sein. Vor Ort habt ihr zudem die Möglichkeit, einen Laufstock zu nehmen. Wenn ihr euch damit sicherer fühlt, würden wir euch diesen definitiv empfehlen, denn der Boden kann manchmal extrem feucht sein.

Ihr benötigt mehr Hilfe? Tatsächlich könnt ihr euch vor Ort einen Laufpartner (einen Porter) nehmen. Das sind Einheimische, die Hand in Hand mit euch die Wanderung bewältigen. Wenn ihr wirklich gar nicht fit auf den Beinen seid, aber die Gorillas unbedingt sehen möchtet, könnt ihr euch vor Ort sogar auf einem Sitz durch den Dschungel tragen lassen.

Aktuelle Preise für Porter & Stuhl

Porter: 20 USD
Stuhl: 500 USD

Wie fit solltet ihr also sein für das Gorilla-Tracking? Wir selbst sind keine Profisportler, gehen nur ab und an ins Fitnessstudio, spazieren bzw. laufen aber sehr viel. Als Vorbereitung würden wir euch daher einfach längere Spaziergänge und vielleicht die ein oder andere Jogging-Einheit empfehlen. Wichtig ist auch: Ihr solltet gut mit Enge klarkommen können. Denn manchmal müsst ihr euch auf der Wanderung durch dichtes Gestrüpp bei sehr anstrengendem schwülen Klima quetschen.

Ansonsten seid ihr vor Ort in den besten Händen und solltet euch einzig auf die Guides verlassen.

Achtung: Gorillas sind extrem anfällig für Krankheiten. Vor allem für jene Krankheiten, die von Menschen übertragen werden. Seid ihr also erkältet oder anderweitig krank, verzichtet bitte auf diese Wanderung. Wir haben bei unserem Gorilla-Tracking in Uganda sogar einen Mundschutz getragen, um vor Ort sicher zu sein, dass wir keine Krankheiten übertragen.

Im Lake Mutanda könnt ihr vor und nach dem Gorilla-Tracking schön entspannen
Im Lake Mutanda könnt ihr vor und nach dem Gorilla-Tracking schön entspannen

Hotel-Tipps

Für unser Gorilla-Trekking im Bwindi Nationalpark haben wir uns drei Tage Zeit genommen, also zwei Nächte. Meist beginnt die Wanderung sehr früh am Morgen und dauert gleichzeitig zum Teil den gesamten Tag. Eine erholsame Nacht vor der Wanderung und auch nach der Wanderung war uns sehr wichtig.

Für unsere Übernachtung haben wir uns das Mutanda Lake Resort (Website) ausgesucht. Dieses befindet sich direkt am Mutanda-See und liegt malerisch schön direkt am Ufer. Das Resort hilft euch gern mit der Organisation des Transports zum Bwindi-Nationalpark und holt euch nach der Wanderung auch wieder ab.

Im Mutanda Lake Resort übernachtet ihr in richtig hübschen Hütten und bekommt am Abend stets ein leckeres 3-Gänge-Menü serviert. Die Atmosphäre ist kuschelig und über allen Gesprächen liegt der Gorilla-Zauber. Können wir euch wirklich sehr empfehlen!

Andere Unterkünfte in der Nähe des Bwindi-Nationalparks, die uns andere Reisende vor Ort empfohlen haben und, die vor allem einfach im Voraus über Booking buchbar sind, sind die Folgenden:

NameGegendEntfernung zum Rushiga GatePreis pro Nacht
Bwindi Forest LodgeBuhoma0 km80,00 €
Bwindi Neckview LodgeBuhoma0 km53,00 €
Nshongi CampNshongi22 km28,00 €
CuckoolandRuhija0 km101,00 €
Karungi CampRubuguli13,8 km28,00 €
Gorilla Safari LodgeRushaga21,6 km249,00 €
Rushaga Gorilla LodgeRushaga21,9 km44,00 €
Ichumbi Gorilla LodgeKisoro21 km286,00 €
Gorilla Hills Eco-lodgeKisoro20,6 km80,00 €
Gorilla Leisure LodgeKisoro20,7 km347,00 €
Lake MuleleKisoro26,4184,00 €

Sollten die Unterkünfte aus der Tabelle bereits ausgebucht sein, findet ihr im Folgenden noch weitere Lodges und Camps, die uns vor Ort empfohlen wurden. Achtet hier nur wieder auf die Distanz zum Gate.

Nyundo Area

  • Nyundo Valley Hill Bandas

Buhoma

  • Buhoma Community Rest Camp
  • Sanctuary Gorilla Forest Camp
  • Lake Kitandara Bwindi Camp
  • Buhoma Lodge
  • CTPH Gorilla Conservation Camp
  • Silverback Lodge
  • Volcanoes Safaris Bwindi Lodge
  • Engagi Lodge
  • Gorilla Resort
  • Mahogany Springs Camp
  • Bwindi Guest House
  • Bwindi View Bandas
  • Eco Marvels Gorilla Resort
  • Gorilla Friends Lodge
  • Jungle View Lodge

Nshongi Area

  • Clouds Mountain Gorilla Lodge
  • Nkuringo Gorilla Camp

Nyundo

  • Nyundo Valley Hill Bandas

Ruhija

  • Ruhija Gorilla Safari Lodge
  • Ruhija Gorilla Mist Camp
  • Trekkers Tavern Cottage
  • Gift of Nature Lodge
  • Ruhija Gorilla Resort
  • Ruhija Gorilla Friends Resort & Campsite
  • Ruhija Community Rest Camp

Rubuguli

  • Wagtail Eco-Safari Camp

Andere

  • Bwindi Volcanoes Lodge
  • Engangi Camp Uganda
  • Nkuringo Gorilla Campsite
  • Buhoma Community Bandas
  • mantana
Vor der Wanderung werdet ihr mit Gesang und Tanz begrüßt
Vor der Wanderung werdet ihr mit Gesang und Tanz begrüßt

Ablauf

Habt ihr euer Ticket online gekauft und damit auch eine Reservierung für den genauen Tag inkl. Uhrzeit gemacht, solltet ihr euch rechtzeitig um den Transport zum Gate kümmern. Meist muss man sich super früh am Gate einfinden und startet so also im Dunkeln von der Unterkunft aus.

Unser Tipp

Auch wenn ihr mit dem eigenen Wagen unterwegs seid, empfehlen wir euch für die Fahrt zum Trekking einen Fahrer. Die Jungs kennen sich vor Ort am besten aus und können sich auch im Dunkeln sicher über die Schotterpisten navigieren.

Am Gate angekommen, registriert ihr euch mit eurem Reisepass und der Reservierung beim jeweiligen Ranger. Sind alle Gäste da, startet der offizielle Teil. Dazu gehört eine Willkommensrede der Ranger sowie eine Präsentation der Dos and Dont’s. Danach führen die Bewohner der umliegenden Dörfer meist eine kleine Tanz- und Gesangsnummer vor, die eine schöne Einstimmung auf diesen ganz besonderen Tag ist.

Danach werdet ihr in kleine, maximal achtköpfige Gruppen aufgeteilt und lernt euren Ranger kennen, der die Wanderung mit euch durchführen wird. Euer Ranger wird euch mit Wanderstöcken ausstatten und eure Ausrüstung sowie Schuhe checken. Jetzt ist auch der Moment, in dem ihr euch für oder gegen einen Porter entscheiden könnt. Und dann geht es auch schon los!

Eure Gruppe besteht meist aus maximal 8 Gästen, einem Ranger, einem Polizisten bzw. Soldaten sowie einer Anzahl an Portern – je nachdem, wer sich dafür oder dagegen entschieden hat.

Während der Wanderung ist euer Ranger über ein Walkie-Talkie in Kontakt mit den offiziellen Trackern. Diese verbringen meist den ganzen Tag mit der Gorilla-Familie, zu der ihr wandert, und kennen das Verhalten dieser in- und auswendig. Sie folgen der Gruppe von morgens bis abends und verlassen sie erst, wenn diese sich schlafen legt. Dafür wandern sie durch dichtes Gestrüpp, bahnen sich den Weg mit der Machete und müssen am Ende sogar noch nach Hause wandern. Echt heftig und ein Job, der sicher in die Knochen geht. Die Tracker geben eurem Ranger darüber Auskunft, wo genau sich die Gruppe befindet und wie ihr am besten wandern solltet. Es kann sein, dass eure Wanderung immer wieder unterbrochen wird, weil sich die Gorilla-Gruppe bewegt. Ist dies der Fall, dann heißt es einfach: warten.

Geben die Tracker über Funk grünes Licht, dann folgt euer Ranger der Wanderroute und führt euch nach und nach zur Gorilla-Gruppe. Vor Ort habt ihr dann genau eine Stunde Zeit, um die Gorillas aus der Ferne (mindestens 4 Meter Abstand) zu beobachten. Währenddessen dürft ihr nicht reden bzw. maximal flüstern.

Genaue Anweisungen zum Verhalten bei den Gorillas bekommt ihr von eurem Ranger vor der Wanderung. Weiter unten im Artikel haben wir sie euch aber nochmals notiert.

Nach einer Stunde verlasst ihr die Gorillas und werdet zum nächsten Ausgang geführt. Dieser muss nicht immer auch beim Anfangspunkt liegen. Aber keine Sorge, euer Fahrer wird meist bereits aus dem Nationalpark darüber informiert, wo er euch abholen kann. Am Ende bekommt ihr für die Wanderung eine Urkunde als Erinnerung an dieses Erlebnis.

Vokabular für das Gorilla-Tracking:

  • Porter: Meist Bewohner aus den umliegenden Dörfern, die einst als Poacher arbeiteten. Heute helfen sie euch bei eurem Gepäck, bekommen dafür 20 USD, freuen sich aber auch über ein Trinkgeld.
  • Guide: Die Person, die mit euch durch den Wald wandert und die Wanderung leitet.
  • Ranger: Ein bewaffneter Guide, der euch durch den Wald folgt.
  • Tracker: Meist ebenfalls ehemalige Poacher, die heute den Gorilla-Gruppen auf Schritt und Tritt folgen. Sie geben eurem Guide den genauen Standort der Gruppe durch.
  • Poacher: Menschen, die ihr Geld durch das illegale Töten gefragter Tiere verdienen.
  • Habituierung: Das Gewöhnen der Gorilla-Gruppe an Menschen.

Packliste

Was sollte man auf jeden Fall auf das Gorilla-Tracking mitnehmen? Welche Kleidung trägt man am besten zum Gorilla-Tracking? Wir versorgen euch im Folgenden mit den besten Tipps für eure Packliste für die Gorilla-Wanderung in Uganda.

Das Wichtigste an der richtigen Kleidung für das Gorilla-Trekking ist, dass ihr euch darauf vorbereitet, lange Zeit durch einen dichten, manchmal sehr bewaldeten, Urwald zu wandern, in dem meist ein feuchtes Klima herrscht. Wichtig ist vor allem auf lange, geschlossene Kleidung zu achten, die natürliche Farben hat. Vermeidet unbedingt dunkelblaue Kleidung, da diese die Zsezse-Fliege anlockt, die wiederum zahlreiche Krankheiten überträgt.

Die wichtigsten Kleidungsstücke für das Gorilla-Tracking:

  • Gartenhandschuhe: Schutz vor Dornen und spitzen Pflanzen, bessere Halt, falls ihr ausrutschen solltet
  • Dicke Socken
  • Langes Hemd bzw. Oberteil in Naturfarben
  • Lange, wasserdichte Hose in Naturfarben
  • Regenjacke oder Regenponcho
  • Wanderschuhe (am besten wasserdicht)
  • Manschetten: es sollte kein Freiraum zwischen Schuhen, Socken und Wanderhose sein

Daran solltet ihr außerdem denken:

  • Wasserdichter Rucksack
  • Moskito-Spray: achtet beim Kauf auf ein Spray mit DEET (am besten Nobite)
  • Wasserflasche
  • Snacks: achtet darauf, nicht vor den Gorillas zu essen
  • Kamera
Gorilla-Tracking in Uganda ist ein echtes Erlebnis
Gorilla-Tracking in Uganda ist ein echtes Erlebnis

Regeln & Kritik

  • Gorillas dürfen unter keinen Umständen berührt werden.
  • Als Besucher sollte man stets mindestens 7 Meter vom Gorilla entfernt stehen.
  • Bleibt immer in eurer Gruppe und entfernt euch nicht.
  • Seid ihr bei den Gorillas, ist nur noch Flüstern erlaubt.
  • Weder rauchen, noch essen oder trinken ist in der Nähe der Gorillas erlaubt.
  • Bewegen sich die Gorillas in eure Richtung, dann folgt den Anweisungen des Guides. Meist bedeutet das, dass ihr euch hinsetzen müsst und den direkten Blickkontakt zum Gorilla meiden solltet.
  • Niemals sollte euer Blitz der Kamera eingeschaltet sein.
  • Ihr dürft maximal eine Stunde mit der Gorilla-Familie verbringen.
  • Erst, wenn ihr 200 Meter von den Gorillas entfernt seid, dürft ihr euch wieder normal unterhalten.
  • Ihr müsst niesen oder husten? Dann dreht euch bitte von den Gorillas weg.
  • Ihr müsst während der Wanderung auf Toilette? Dann sagt bitte dem Guide Bescheid, der euch dann ein Loch graben wird.
Ein Gorilla-Baby in der Natur zu sehen, ist einfach magisch
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Kritik

Vielleicht gibt es Personen da draußen, die sich jetzt fragen, ob man wirklich auf eine Gorilla-Wanderung gehen sollte und ob Gorillas überhaupt an Menschen gewöhnt werden sollten. Vor allem aber, ob es für Gorillas angenehm ist, täglich Besuch von einer achtköpfigen Gruppe zu bekommen.

Zugegeben, der Einwand ist berechtigt und auch wir haben uns vor Ort gefragt, ob es vertretbar ist, bei so einem Trubel überhaupt mitzumachen. Bei unserem Besuch gab es bereits 20 habituierte Gorilla-Familien – das sind also mindestens 160 Menschen, die an einem Morgen durch den Bwindi-Wald gelotst wurden. Dazu kommen pro Gruppe 2-3 Porter, ein Ranger, ein Guide und dann jeweils 2-3 Tracker pro Gruppe. Das macht also im Schnitt 300 Menschen, die gleichzeitig durch den Nationalpark wandern. Ob das Stress ist für die Gorillas? Wir glauben, schon. Dennoch wird durch das Gorilla-Tracking in Uganda auch dafür gesorgt, dass diese Riesen in ihrer Art erhalten werden.

Zahlreiche afrikanische Länder hatten (und haben) Probleme mit Poaching – mit dem illegalen Töten rarer Arten. Dazu gehören Nashörner, Elefanten und eben auch Gorillas. Durch die geplante Habituierung und vor allem die hohen Summen, die Touristen zahlen, um Berggorillas in Uganda, Ruanda und im Kongo zu sehen, können die Tiere vor Poachern geschützt und in ihrer Art erhalten werden. Wir fragen uns dennoch, ob man dafür so viele Gorilla- Familien habituieren muss und ob man die Gruppen nicht kleiner gestalten könnte. Eventuell wären auch Ruhetage für die Gorillas angemessen. Wenn ihr dazu Gedanken habt, dann freuen wir uns auf euren Kommentar.

Fragen & Tipps

Habt ihr noch Fragen zum Gorilla-Tracking? Benötigt ihr weitere Tipps? Dann hinterlasst uns gern einen Kommentar. Alternativ könnt ihr unsere Uganda-Reise auf Instagram noch einmal nachverfolgen.

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